Die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) _gedruckt _Original _iCloud._IDyhMtJB5n
Die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) nach DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) und DIN VDE 1000-10 ermöglicht es Nicht-Elektrikern, bestimmte elektrische Arbeiten sicher auszuführen. Die Ausbildung besteht aus einem Theorie- und einem Praxisteil. Hier eine detaillierte Aufschlüsselung:
Theorie-Teil (ca. 60 Stunden)
Ziel: Vermittlung der notwendigen elektrotechnischen Grundlagen, Rechtsvorschriften und Sicherheitsregeln.
Inhalte:
A. Elektrotechnische Grundlagen
Grundbegriffe der Elektrotechnik:
Strom, Spannung, Widerstand, Leistung, Arbeit
Ohmsches Gesetz, Reihen- und Parallelschaltung
Wechselstrom vs. Gleichstrom
Gefahren des elektrischen Stroms:
Körperwiderstand, Berührungsspannung,
Schrittspannung
Wirkungen des Stroms auf den Menschen
(Herzkammerflimmern, Verbrennungen)
Erste Hilfe bei Stromunfällen (z. B. Absichern,
Notruf, HLW)
B. Rechtsgrundlagen und Normen
DGUV Vorschrift 3 (Unfallverhütungsvorschrift für elektrische Anlagen
DIN VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen)
DIN VDE 0105-100 (Betrieb elektrischer Anlagen**·**
TRBS 1203 (Qualifikation für Arbeiten unter Spannung)
BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung)
ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz)
C. Schutzmaßnahmen und Sicherheitsregeln
5 Sicherheitsregeln (Freischalten, Gegen Wiedereinschalten sichern,
Spannungsfreiheit feststellen, Erden und Kurzschließen, Benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken)
Schutzklassen (I, II, III) und Schutzarten (IP-Code)
FI-Schalter (RCD), LS-Schalter, Sicherungen
Persönliche Schutzausrüstung (PSA):
Isolierhandschuhe, Schutzbrille, Helm
D. Festgelegte Tätigkeiten (je nach Betrieb)
Definition der konkreten Tätigkeiten, die die EFKffT ausführen darf (z. B.:
Wechseln von Leuchtmitteln, Steckdosen,
Schaltern
Anschließen von Maschinen (festgelegte
Stecker/Kabel)
Messungen (z. B. Durchgangsprüfung,
Spannungsmessung)
Wartungsarbeiten an definierten Anlagen
Grenzen der Tätigkeit: Was darf die EFKffT nicht tun? (z. B. Arbeiten an Hauptverteilungen, Änderungen an Schaltplänen)
E. Dokumentation und Prüfungen
Prüfprotokolle (z. B. für ortsveränderliche Geräte nach DGUV Vorschrift 3)
Arbeitsanweisungen und Freigabeverfahren
Umgang mit Prüfgeräten (z. B. Multimeter, Isolationsmessgerät)
Praxis-Teil (ca. 20 Stunden)
Ziel: Anwendung der theoretischen Kenntnisse unter Anleitung an realen oder simulierten Anlagen.
Inhalte:
A. Umgang mit Werkzeugen und Messgeräten
Sichere Handhabung von:
Isolierten Werkzeugen (Schraubendreher, Zangen, Multimeter (Spannung, Widerstand, Durchgang messen)
Isolationsmessgerät (z. B. für Kabelprüfung)
Spannungsprüfer (z. B. zweipoliger Spannungsprüfer)
B. Durchführung festgelegter Tätigkeiten
Beispiele für praktische Übungen:
Wechseln einer Steckdose oder eines Schalters (unter Spannung nur mit Sondergenehmigung!)
Anschließen eines Motors oder einer Maschine (mit vorgefertigten Kabeln/Steckern)
Prüfen ortsveränderlicher Geräte (Sichtprüfung, Messung des Schutzleiterwiderstands)
Austausch von Leuchtmitteln (z. B. LED-Röhren, Halogenlampen)
Fehlersuche in einfachen Stromkreisen (z. B. Unterbrechung, Kurzschluss)
C. Sicherheitsübungen
korrektes Freischalten einer Anlage
Spannungsfreiheit feststellen (mit Spannungsprüfer)·
Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Stromunfällen (Praktische Übung mit Dummy)
D. Betriebspezifische Schulung
Arbeitsanweisungen des Betriebes für die EFKffT
Gefährdungsbeurteilung für die festgelegten Tätigkeiten
Betriebsspezifische Anlagen (z. B. Maschinen, Schaltanlagen)
Prüfung (Theorie & Praxis)
Theoretische Prüfung:
Multiple-Choice- oder schriftliche Fragen zu
Grundlagen, Normen und Sicherheitsregeln.
Beispiel: "Welche Schutzmaßnahme ist bei Arbeiten an
elektrischen Anlagen zuerst durchzuführen?
Praktische Prüfung:
Durchführung einer festgelegten Tätigkeit unter
Aufsicht (z. B. Steckdosenwechsel mit korrekter Absicherung).
Demonstration der 5 Sicherheitsregeln.
Zertifizierung & Gültigkeit
Nach bestandener Prüfung erhält der Teilnehmer ein Zertifikat.
Gültigkeit: Die EFKffT-Ausbildung muss alle 2–4 Jahre (je nach Betrieb) aufgefrischt werden (Wiederholungsschulung).
Eintrag im Ausweis: Manche Betriebe führen ein Qualifikationsnachweisheft.
Wichtige Hinweise
Die EFKffT darf nur die festgelegten Tätigkeiten ausführen.
Arbeiten unter Spannung (AuS) sind nur mit zusätzlicher Qualifikation (nach TRBS 1203) erlaubt
Der Arbeitgeber muss die EFKffT schriftlich beauftragen und die Tätigkeiten genau definieren.
Zusammenfassung der Ausbildungsdauer

Empfohlene Vorkenntnisse
abgeschlossene Berufsausbildung
Technisches Grundverständnis (z. B. aus handwerklichen Berufen)
Keine elektrische Vorbildung nötig, aber hilfreich.